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27.12.2014




 

Foto: hejo@blancio.de

Herzlich willkommen in Blankenheimerdorf

Gedanken zu einem neuen „Dörfer“ Wappen.
Von Peter Baales, Lehrer i. R., Blankenheimerdorf

Gedanken zu einer begrüßenswerten Initiative

PB. Seit einiger Zeit sind Bestrebungen in die Wege geleitet worden, für unser Dorf ein Wappen zu entwickeln und nach der evtl. Zustimmung möglichst vieler Bürgern/Innen dann auch allgemein einzuführen. Ich habe dieses Vorhaben den Vertretern der Dorfvereine auf der Herbst - Versammlung des Vereins-Kartells am 17. Oktober vorgestellt und begründet. Das war damals nur in geraffter Form möglich. Auch wurde die Frage gestellt, ob es nicht besser sei, die ganze Dorfbevölkerung über dieses Vorhaben ins Bild zu setzen und an der Entscheidung mit zu beteiligen. Neben den Veröffentlichungen im „Blankenheimer Bürgerbrief“ und in der Lokalpresse sollen daher auch hier die wichtigsten Gedanken ausführlich allen Interessierten zur Kenntnis gegeben werden.

Gleich zu Anfang möchte ich betonen, daß ich diesem Gedanken uneingeschränkt positiv gegenüberstehe. Ich halte es für eine anerkennenswerte Initiative, die hier von Hejo angestoßen wurde.
 
Ein „Wappen“ (natürlich auch eine Fahne etc.) ist in erster Linie ein Symbol der Zusammengehörigkeit einer Gruppe von Menschen (Familie, Geschlecht, Dorf, Stadt, Land etc.). Es soll die Identifizierung der Betroffenen, also in unserem Fall möglichst vieler, im Idealfall sogar aller Dorfbewohner mit unserm Dorf ermöglichen. Es soll alle „Dörfer“ mit seiner symbolischen Darstellung von Merkmalen und Zeichen, die für das Dorf und seine Bewohner typisch sind und evtl. nur für sie zutreffen, in einer ganz speziellen, in Jahrhunderte langer Tradition erwachsenen und geformten Bild - Sprache „unter einen Hut bringen“. Ein offizielles Wappen unterliegt dabei bestimmten Kriterien, die in der Wissenschaft der Heraldik festgelegt sind.

Viele Dörfer in der nahen und weiteren Umgebung haben Wappen, Familien und Geschlechter sind stolz über ihre darin zum Ausdruck kommende Geschichte. Nur sind sie in ihrer komplexen Bildersprache nicht jedem leicht verständlich. In Blankenheim z.B. sind Wappen zu sehen, mit denen wir heute nichts mehr anfangen können, z.B. über dem Altar der Kapelle Hülchrath oder am Turm der Pfarrkirche. Solche reinen Geschlechterwappen sind für uns heute völlig bedeutungslos und nichtssagend.

Meist gehen Dorf- und Familienwappen auf die Geschichte des Dorfes oder der Gemeinde ein, auf die frühere Tätigkeit der Bewohner, auf vergangene Lebens- und Zeitumstände. Sie schlagen also eine Brücke aus der Vergangenheit in die Gegenwart, sie wollen z.B. die Dorfbewohner stolz sein lassen auf die Vergangenheit ihres Dorfes - wenn es denn da überhaupt etwas gibt, das prägend ist für dieses Dorf, diese Stadt.

Warum ein „neues“ Wappen für uns? Wie jedem bekannt, hat Pastor Ewald Dümmer vor über 30 Jahren das Bild der gekreuzten Petrusschlüssel auf einer Fahne für die Dorfbewohner eingeführt und viele im Dorf dazu animiert, entsprechende Fahnen zu kaufen und auch bei Festen herauszuhängen, das Dorf also entsprechend zu schmücken. Wie wir aber auch wissen, werden dieser Fahnen immer weniger, viele habe überhaupt keine, neue gibt es nicht mehr.
 
Seit dieser Initiative von Pfr. Dümmer hat sich vieles in unserm Dorf verändert, und jeder, der sich über das gemeinsame Leben hier im Dorf Gedanken macht, weiß: Unser Dorf ist in kaum noch oder gar in 1. Linie durch das kirchliche Leben geprägt. Das war aber seinerzeit der Grundgedanke von Pfr. Dümmer, daher das von ihm gewählte Bild. Ich wage die Behauptung: Es wohnen viele, wenn nicht die meisten hier, die können mit der symbolischen Aussage dieser Darstellung auf der bisherigen Fahne nichts anfangen, sie sagt ihnen nichts. Das ist Fakt, man mag das bedauern oder nicht, darum geht es hier nicht. Ich bin der Meinung, die „alte“ Fahne paßt nicht mehr zu uns, und sie war wohl auch nicht ganz durchdacht. Ob sie jemals überhaupt eine Akzeptanz in breiten Teilen der Dorfbevölkerung gehabt hat, mag jeder für sich entscheiden. Und darum begrüße ich die Initiative von Hejo zur Schaffung und Installierung eines „richtigen“ Wappens ganz ausdrücklich.

Was ist nun neu an dem vorgeschlagenen Wappen? Entscheidend ist, daß das neue, von Hejo in Zusammenarbeit mit einem Bonner Heraldiker erarbeitete Wappen die beiden Identitätsstiftenden Seiten unseres Dorfes symbolisiert: Die kirchliche genau so wie die weltliche. Es ist also zweigeteilt, oben die weltliche Geschichte, unten die kirchliche. Diese Zweiteilung ist in fast allen Wappen, die in der letzten Zeit entstanden sind, selbstverständlich: z.B. hat Dahlem oben die ehemalige Landesherrschaft Kronenburg, unten den Kardinalshut des Hl. Hieronymus. Berk hat oben ein Flußsymbol (Berke / Kyll) und unten die Marienlilie (Frauenkron). Sötenich hat oben ein Beil als das Symbol des Pfarrpatrons St. Matthias (er wurde enthauptet), unten das Symbol der Bergdörfer, zu denen im Mittelalter der Ort gezählt wurde. Viele Beispiele ließen sich noch anführen.

Unser geplantes Wappen besteht aus zwei identischen Hälften, die nur durch die jeweils andere Farbe: Silber und Blau, zwei heraldische Grundfarben, unterschieden sind. Wir haben lange über diese Spiegelung diskutiert. Ich selbst war anfangs dagegen. Ich habe mich überzeugen lassen, auch durch die Argumente des Fachmannes aus Bonn. Vielleicht kann man so auch symbolisch darstellen, daß erst unter Graf Salentin Ernst (vor 320 Jahren) die beiden „Blankenheime“ („Dorff“ und „Dhal“) juristisch und tatsächlich getrennt wurden und vorher viele Jahrhunderte lang eine Verwaltungs - Einheit bildeten. Das im Heimatboten schon oft vorgestellte „Lagerbuch“ spricht dazu eine deutliche Sprache.

Zum unteren Teil zuerst: Ich habe es nun seit Jahren in vielen Schriften und Büchern dargestellt und ausgeführt: Prägend, geradezu bestimmend für uns und für unser Dorf ist das Doppelpatrozinium der beiden Apostel Peter und Paul. Darum war es von vornherein falsch, nur die sog. Schlüssel des Petrus abzubilden: „Du bist Petrus, der Fels, dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben.“ Daher bleiben die Schlüssel „das“ Symbol eben nur für Petrus, wenn man denn überhaupt noch etwas mit der kirchlichen Symbolsprache anfangen kann.

Aber ebenso wichtig und nicht erst sozusagen an 2. Stelle ist Paulus, und das bestimmende Symbol für ihn ist nun seit jeher das Schwert: Paulus, dem hochgelehrten Weltreisenden, stand „das Recht“ zu, mit dem Schwert hingerichtet zu werden. In den Augen der Öffentlichkeit ein angemessener Tod für einen römischen Staatsbürger, nicht wie der schimpfliche Tod am Kreuz für einen einfachen Fischer! Daher also beide Symbole, gekreuzt, weil es so am ehesten heraldischen Gesetzen entspricht, und weil es auch zusätzlich die Kreuzigung sehr trefflich symbolisiert.

Jetzt zum oberen Teil. Es ist nun einmal Tatsache, daß unser Dorf etwa 650 Jahre Bestandteil der Grafschaft Blankenheim gewesen ist. Darum habe ich ja seinerzeit auch vehement dafür gestritten, die neuen Straßen im Schlatherberg nach den Grafen zu benennen. Sie sind für unser Dorf mindestens so wichtig wie für das heutige Blankenheim, wenn nicht gar wichtiger. Bis zu Graf Salentin Ernst (1644 - 1694), also etwa die ersten 500 Jahre des Bestehens der Grafschaft, war unser Dorf ihre größte und bedeutendste Siedlung, jedenfalls größer und bedeutender als die Häuseransammlung im Tal. Ich erinnere nur daran, daß beim Bau der Kirche im Tal unter Johann I. vor 500 Jahren unser Dorf um die 30 Häuser und Feuerstätten besaß, Blankenheim nur 18!

Also gehört in ein Dörfer Wappen unbedingt der Hinweis auf die Jahrhunderte lange wichtige Bedeutung unseres Dorfes für die Grafschaft Blankenheim-Manderscheid - und natürlich auch umgekehrt. Unsere Kirche, um die wir nun im letzten Jahr so erbittert gefochten haben, gäbe es ohne Graf Salentin Ernst so, wie sie heute da steht, nicht! Das kann man nicht oft genug mit aller Deutlichkeit betonen. Aber es wurde in das Wappen nicht das ganze Blankenheimer Grafenwappen übernommen, sondern nur sein Manderscheider Bestandteil, der Zackenbalken. Das originale Blankenheimer Wappen mit dem nach links schreitenden Löwen im Turnierkragen mag jeder am Rathaus einmal damit vergleichen.

Nun etwas zu den gewählten Farben. Blau und Silber (Dunkelweiß) sind sehr aussagekräftige Farben, weil sie ein deutliches, auffallendes Bild ergeben. Für manchen wirken sie aber auch etwas kalt, starr, abweisend. Doch schon Pfr. Dümmer hatte Blau als Grundfarbe gewählt, wenn es auch sehr blaß, etwas „verschmiert“ wirkt. Dann haben einige Vereine in unserm Dorf diese Farben in ihrem Erscheinungsbild: Karnevals-Verein, Tambourskorps, Kirmesreih, Förderverein. Alle Vereine und das Vereinskartell nehmen in ihre Briefköpfe das Wappen auf. Und dann auch auf einer neu gestalteten Dorf-Fahne.

So könnte eine neue „Dörfer Identität“ entstehen, ein auch nach außen hin stark wirkendes Zeichen der Zusammengehörigkeit, die unserm Dorf gut zu Gesicht stehen würde, gerade heute! Das wäre mit dem „alten Wappen“ von Pfr. Dümmer nie möglich gewesen! Bei rein kirchlichen Festen (Pfarrfest, Fronleichnam) könnte die „alte“ Fahne ja durchaus weiter - oder zusätzlich - verwendet werden. Gewiß: „Mir han ein Fahn, waröm at wier jet Neues?“ Aber ich denke, daß ich einige Anregungen geben konnte für den, der vorurteilsfrei einmal die Sache überdenken möchte. Wir sollten einen neuen Anfang setzen! Ich bin aber überzeugt: Dieses Wappen, diese neue Dorffahne wäre ein starkes Zeichen, und gerade jetzt, auch nach außen hin!

Sozusagen „in letzter Minute“ habe ich versucht, die Grundfarbe Rot (statt Blau) den Vereins-Vertretern „schmackhaft“ zu machen. Gründe dafür gibt es einige, u.a. der Einspruch des Bonner Heraldikers. Nach einer sehr kontroversen Diskussion sprachen sich die Vereinsvertreter dann doch mit 9 zu 3 Stimmen für die Farben Blau und Silber aus, wobei u.a. auf das Schleidener Wappen mit diesen Farben verwiesen wurde. Vielleicht sollte man das Blau etwas weniger kräftig und das Silber noch etwas „dunkler“ gestalten. Dann werden alle Haushalte mit Handzetteln informiert und um eine kurze Stellungnahme gebeten. Wie die Reaktion ausfallen wird, muß man abwarten. Jedenfalls soll sich keiner überfahren fühlen! Auf der nächsten Kartell-Versammlung im Frühjahr könnte dann das neue Dorfwappen - die erforderlichen Zustimmung durch die Gemeinde vorausgesetzt - endgültig beschlossen werden - wenn das auch einigen zu lange dauert, sie hätten jetzt schon gerne „Näl met Köpp“ gemacht!

Übrigens: Zuerst war die Inschrift „Blankenheimerdorf/Eifel“ vorgesehen. Ich habe das ganz entschieden abgelehnt: Blankenheim gibt es in Deutschland dreimal, man muß es also durch einen Zusatz von seinen Namensvettern unterscheiden. Blankenheimerdorf aber ist einzig und einmalig, es braucht keinen Zusatz!!
 

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Wappenbeschreibung:

Wappenschild in den Farben Blau und Silber spiegelverkehrt gespalten. Schildhaupt und Symbole schwarz borniert.

Attribute kirchlich:
Schwert und Schlüssel stehen für die Kirchenpatrone Peter und Paul.

Attribut weltlich:
Die Zickzackleiste ist, wegen der ehemaligen Zugehörigkeit zur Grafschaft Manderscheid, dem Wappen der Grafen von Manderscheid entlehnt.