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20.06.2013




 

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Herzlich willkommen in Blankenheimerdorf

St. Peter und Paul, Blankenheimerdorf

Entgegen dem Wort von der Kirche, die „mitten im Dorf steht“ und die man „im Dorf lassen“ soll, steht - wie man besonders in Luftaufnahmen erkennen kann - ziemlich am äusseren Rande des Dorfes unsere Pfarrkirche St. Peter und Paul. Allein schon dieses seltene Doppelpatrozinium (merowingisch - fränkisches Reichspatrozinium) läßt mit guten Gründen ein hohes Alter unserer Pfarrei vermuten. Massiv in Stein gebaut und mit Schiefer gedeckt, ist die heutige Kirche eine grosse, einschiffige Halle, mit einer etwas gebogenen Decke überwölbt. J. Becker bescheinigt ihr in seiner „Dekanatsgeschichte“ (von 1893) einen „freundlichen Eindruck, da sie gut im Stand gehalten wird und einigen Schmuckes nicht entbehrt“.
NSt. Peter und Paul 2006icht mehr nachweisbar ist ein erster Kirchen - oder Kapellenbau, der in der fränkischen Zeit vermutet werden kann. Die urkundliche Bezeugung eines Pfarrers im 13. Jhdt. setzt den Bau einer weiteren Kirche in dieser Zeit voraus. Ob die jetzige Kirche eine dritte oder vierte an diesem Ort ist, lässt sich kaum nachweisen. Graf Salentin - Ernst von Blankenheim ordnet im Jahre 1684 den Neubau einer Kirche an, da der Vorgängerbau ruinös geworden ist. Nur mit Mühe bringt er die Baukosten zusammen, als Baumaterial werden die Abbruchreste benutzt, der Turm bleibt noch stehen. In der ganzen Grafschaft wird für den Bau gesammelt. Der amtierende Pfarrer Jakob Manderfeld legt selbst tatkräftig Hand an. Erhalten ist seine bittere Klage in einem Brief an den Bischof: „Ich habe gearbeitet wie ein Knecht. Der aber ist besser dran als ich, bekommt er doch wenigstens seinen Lohn.“
Nach dreijähriger Bauzeit erfolgte die Konsekrierung der neuen Kirche durch den Kölner Weihbischof Anethan am 24. Mai 1687. Als Termin für die Kirmes wird damals der Sonntag nach Peter und Paul (29. Juni) bestimmt.
Der noch vom Vorgängerbau stammende Turm wird 1852 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Dabei wird das Kirchenschiff um die Tiefe der Empore verlängert. Diese Erweiterung ist heute noch an den Aussenmassen ablesbar. Bei den Arbeiten wird ein nicht sicher zu deutender Grabfund gemacht mit Münzen der „Maria, Herzogin von Burgund“. Ein Jahr später wird die alte Holzdecke durch eine Pliesterdecke ersetzt. 1899 baut man die Sakristei an. Mehrmals wird der Anstrich erneuert, aber erst im Jahre 1991 wird die Kirche umfassend renoviert und im Innern vollkommen neu gestaltet. Das nach dem Krieg angebaute Jugendheim wird erweitert und den gewachsenen Erfordernissen der heutigen Zeit angepasst.
Die Kirche besitzt ein Geläut mit drei Glocken, von denen die Petersglocke aus dem Jahre 1421 bemerkenswert ist. Gegossen wohl auf dem Vorplatz der Kirche von dem wandernden Glockengießer Jan van Trier, gibt sie seit fast 600 Jahren „in unserm Dorf den Ton an.“
Die Orgel wurde 1912/13 erbaut von den Gebr. Müller aus Reifferscheidt. Welches Instrument vorher in der Kirche gestanden hat, ist nicht bekannt. Wir wissen nur, dass 6 Register der heutigen Orgel aus dem Jahr 1870 stammen und beim Neubau der Orgel mit verwendet wurden. Auch das Gehäuse war ursprünglich nicht für diese Orgel gebaut. Es handelt sich um eine der insgesamt nur noch drei nie umgebauten original erhaltenen Orgeln dieses Typs „mit pneumatischer Traktur“. Zwar sind notwendige Reparaturen immer ausgeführt worden, aber zu einem grundlegenden Umbau kam es nie. Sie ist vor 5 Jahren einer umfangreichen Renovierung unterzogen und unter Denkmalschutz gestellt worden. Damit hat Blankenheimerdorf ein erhaltenswertes und kulturgeschichtlich wertvolles Erbe zu verwalten.
Von der übrigen Ausstattung der Kirche sei auf zwei bemerkenswerte Teile verwiesen: Einmal der kleine Schaukasten rechts vom Eingang mit einem Reliquiar der Apostelfürsten, und dann das Motivfenster zur Erinnerung an die Errettung aus Kriegsgefahr am 19.12.1944 / 21.1945, das der Anlass für das „Teppichfest“ war.

Genaueres entnehmen Sie bitte dem „Kirchenführer - ein kurzer Gang durch die Geschichte von Dorf und Kirche“, der in der Kirche ausliegt. (Peter Baales)

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