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20.06.2013




 

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Herzlich willkommen in Blankenheimerdorf

Buntsandsteinkreuz an der Nürburgstraße

Kreuze stehen überall; am Straßenrand – am Waldrand – an oder in einer Mauer eingearbeitet– vergessen und eingewachsen im Baum (Nonnenbach) - mitten im Ort – im tiefsten Wald. Sie sind aus Stein – Holz – oder Eisen. Viele werden liebevoll gepflegt, einige sind in einem jämmerlichen Zustand. Viele Kreuze fallen dem Vandalismus zum Opfer, andere werden gestohlen oder einfach vergessen. Sturm und Frost nagen an vielen von ihnen bis sie der Erde gleich sind.

Aufnahme Herbst 2006 © Hejo MiesOb es Gedenk- Sühne- Ablass- Dank- Mord oder Frevelkreuze sind, der Sinn und Zweck dieser oft sehr alten und mitunter sehr „schönen“ Kreuze liegen im Dunkel der Vergangenheit begraben.
 
Das Gedenkkreuz das wir näher beleuchten wollen, steht heute in Höhe der Schreinerei Ehlen/Bludau. Zur rechten und zur linken Seite, wird dieses schmucke Buntsandsteinkreuz von zwei mächtigen Kastanien geschützt. Wenn wir 180 Jahre und mehr zurück denken, so stand dieses Kreuz unmittelbar an der alten Römerstraße Trier/Bonn, in alten Katasterplänen auch „alte Straße von Prüm“ bezeichnet, etwa zwischen der Buppersgasse, (sie war damals die Hauptstraße), und dem Kippelberg wo ein Fußpfad zur Römerstraße führte, mitten in der Feldflur.

Wenn man aber, wie bei diesem Buntsandsteinkreuz, die Inschrift noch lesen kann, fragt man sich, wer war dieser Peter Esser? Er wurde am 21. April 1798 in Blankenheimerdorf „Ahn Scholle“ geboren wurde. Er starb im jungen Alter von nur 25 Jahren am 17. April 1823, und nicht 1826 wie auf dem Stein zu lesen ist. Warum er so früh ster-ben musste ist weder mündlich noch schriftlich überliefert. Seine Eltern waren Salentin Esser, Wagener zu Blankenheimerdorf, gest. am 24.04.1823 (78 Jahre alt), (7 Tage nach Peters Tod) und Anna Maria geb. Schmidges, gest. am 27.03.1834. Sein Elternhaus „Ahn Scholle“ steht heute noch in der Nürburgstraße.
Aufnahme aus 2006 © Hejo Mies
Peter Esser heiratete am 23.07.1821 im Standesamt in Blankenheim die Gertrud Frings. Gertrud Frings ist am 22.02.1800 in Blankenheimerdorf geboren. Sie starb hier 78jährig am 04.06.1878; Gertrud Frings war die Tochter von Peter Frings und Anna Maria Schanzen und stammte aus dem späteren Gasthaus „Krämisch“. (heute Landgasthof Cremer). Peter und Gertrud hatten 2 Kinder; Anna Maria wurde am 20.08.1822 geboren. Anna Maria starb etwa mit 4 Monaten am 13.12.1822; ihr Bruder Peter Josef wurde am 22.12.1823 geboren. (8 Monate nach dem Tode des Vaters). Peter Josef starb schon mit 12½ Jahren am 20.05.1836.

Peter Frings, der Schwiegervater von Peter Esser war von 1792 bis 1837 „Schulmeister“ und gleichzeitig auch als Küster in Blankenheimerdorf tätig. Ferner fungierte er auch noch als Kirchenvorsteher. Peter Frings war geb. am 28.02.1765 in Frohngau. Er starb am 30.08.1848 hier in Blankenheimerdorf. Peter Frings war seit 1792 in Blankenheimerdorf verheiratet. Er war insgesamt 50 Jahre Lehrer, davon 6 Jahre, 1786 – 1792 in Frohngau.

Die Witwe Gertrud Frings heiratete in 2. Ehe am 26.05.1830 den Nikolaus Görgens, (*1793, †1868) mit dem sie 3 Kinder hatte. Ihr Sohn Josef Görgens war Gastwirt an „Krämisch. Sein Schwiegersohn war Jean Cremer.

Soweit so gut. Wir verlieren aber noch ein paar Worte zum Kreuz selbst. Es ist ein schlankes, großes und sich nach oben verjüngendes Buntsandsteinkreuz. Ich vermute, dass dieses Kreuz einmal anders ausgesehen hat. Man sieht, dass das untere Postament einfach und Schmucklos ist und daher nicht in die Zeit zu datieren ist, als das obere Postament geschaffen wurde. Es ist anzunehmen, dass die Familie aus diesem Kreuz, wo das untere Postament zerstört wurde, ein neues Kreuz herstellen ließ. (Aus der Recherche geht hervor, dass die Familie nicht unvermögend war und sich solch ein Gedenk-Kreuz leisten konnte).
Es fehlt das Symbol „INRI“. Dem Anschein nach ist dieses Zeichen seit Erneuerung des Kreuzes nicht mehr angebracht worden. In der Nische wurde früher bei Prozessionen die Monstranz abgesetzt, hier hat man eine Figur aus dem Sandstein heraus gearbeitet. Die Putten, sprich Engelsköpfe die sich seitlich zum Kelch neigen und die Herrgottfigur sind erhaben herausgearbeitet. Der Kelch gibt mir Rätsel auf. Ein Kelch symbolisiert meist den Bezug zu einem Priester. Wer kann mehr darüber sagen? Das Bekrönende Kreuz mit einer rundum hervorgehobenen Einfassung bildet den Schluss. Ist es eine Arbeit des Blankenheimer Steinmetzen Scherer?
Aufnahme aus 2006 © Hejo Mies

Danke an Bernd Michels, Ahnen- und Heimatforscher aus Hüngersdorf für die umfangreiche Recherche!
 


Quellennachweis:
Bernd Michels; Orts- und Familiengeschichtliche Sammlung Blankenheimerdorf
Tauf-, Heirats- und Totenbuch Kirche Blankenheimerdorf
Standesamtsregister Blankenheim (ab 1798)
Schulakten Blankenheimerdorf im HStA. Düsseldorf, Reg. Aachen 10141
Katasterakten- und Karten (ab 1821, im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf-Kalkum)
Feuerversicherungs-Kataster (1877-1950)
Adressbücher 1911 – 1939 – 1958 - 1967